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Psychosoziale Notfallversorgung in Unternehmen

Alles zu unserem Forschungsprojekt „Psychosoziale Notfallversorgung in Unternehmen - Eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung in Deutschland“

"Es gibt viele Faktoren, die die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz beeinflussen. Gerade in Folge von Notfällen im Unternehmen, wie beispielsweise schweren Arbeitsunfällen, medizinischen Notfällen oder Gewalttaten kann die psychische Stabilität der Betroffenen gefährdet sein. In diesem Fall ist es ratsam, seitens der Betriebe eine psychosoziale Notfallversorgung anzubieten."

- Prof. Dr. Sabine Rehmer (Projektleiterin & Antragstellerin)

Ein Überblick

Bei Notfällen im Unternehmen, wie beispielsweise schweren Arbeitsunfällen, medizinischen Notfällen oder Gewalttaten, können neben physischen Verletzungen auch psychische Gesundheitsgefährdungen auftreten. Diese können über die akute starke Beanspruchung hinaus auch mittelfristig zu starken psychischen und sozialen Beeinträchtigungen und längerfristig zu psychischen Störungen, wie beispielsweise Traumafolgestörungen, führen. Den möglichen betrieblichen Folgen – krankheitsbedingte Fehlzeiten bis hin zu dauerhafter Arbeitsunfähigkeit – können Unternehmen mit einer Prävention möglicher psychischer und sozialer Beeinträchtigungen im Rahmen einer psychosozialen Notfallversorgung entgegenwirken. Die Psychosoziale Notfallversorgung in Unternehmen liegt in der Arbeitgeberverantwortung und beinhaltet im Idealfall präventive Maßnahmen, Maßnahmen der Akut-Versorgung, Maßnahmen in den ersten Tagen und Wochen nach dem Notfall sowie Maßnahmen der Wiedereingliederung. Betroffene Beschäftigte sind dabei nicht nur die Geschädigten selbst, sondern auch Kolleginnen und Kollegen, die als Ersthelfende oder Augenzeuginnen und Augenzeugen an dem Notfall beteiligt sind.

Aktuell ist es auf Grundlage der wissenschaftlichen Literatur und des bisherigen Erkenntnisstands nicht möglich, eine fundierte Aussage über die von den Betrieben gewählten Modelle und Vorgehensweisen bei der psychosozialen Notfallversorgung ihrer Beschäftigten zu treffen. Genau hier setzt das von der DGUV geförderte Forschungsprojekt an. Zum einen sollen betriebliche Umsetzungen der psychosozialen Betreuung nach Notfallen erfasst und beschrieben werden, zum anderen auch betriebliche Faktoren und Maßnahmen, die diese positiv oder negativ beeinflussen. Ziel des Projektes ist dabei, die gewonnenen Erkenntnisse zur Beratung von Betrieben durch Unfallversicherungsträger (UVT) heranzuziehen.

Die Bestandsaufnahme erfolgt in vier Teilprojekten – aus Sicht von Betrieben, von Unfallversicherungsträgern, von ehrenamtlichen PSNV-B-Teams und von externen Anbietern. Die Ergebnisse werden final zusammengeführt.

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