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  • Gesundheit leben!

Superfood Pizza Hawaii?

Wir haben bei Prof. Dr. Dorothea Portius, Studiengangsleiterin im Bachelor-Studiengang Ernährungstherapie und -beratung am Campus Gera, nachgefragt, ob diese Behauptung stimmt.

Pizza ist ein italienischer Klassiker, der von verschiedenen Kulturen angenommen und an regionale Präferenzen angepasst wurde. So stehen Italiener:innen die Haare zu Berge, wenn sie Pizza Hawaii lesen – Ananas auf einer Pizza?

Doch wie es scheint, zumindest zeigten dies Forscher:innen anhand archäologischer Ausgrabungen, aßen bereits unsere lateinamerikanischen Vorfahren Ananas auf einer Art Pizza. Die Forscher:innen lehnen sich mit ihren Behauptungen weiter aus dem Fenster: Obwohl sich unsere Vorfahren regelmäßig von Pizza Hawaii ernährten, erreichten sie ein hohes Alter. Dasselbe fanden Ernährungswissenschaftler:innen der University of California in Los Angeles heraus: Menschen, die wöchentlich eine Pizza Hawaii aßen, hatten eine höhere Lebenserwartung.

„Diese Pizza vereint die Bausteine, aus denen unsere Ernährung bestehen sollte, in einzigartiger und idealer Weise“, behauptet auch Dr. Keanu Wong von der University of Honolulu.

Sollten wir nun Pizza Hawaii als ein Superfood einordnen?

Aus rein ernährungsphysiologischer Sicht ist diese Aussage abhängig von vielen Faktoren:

Qualität der Nahrungsmittel

Die Qualität der Zutaten, die auf der Pizza verwendet werden – von Teig bis Belag –, hat einen großen Einfluss auf den gesundheitlichen Wert der Pizza. Mit Qualität ist die Herkunft, Herstellung, Zugabe von Zusätzen (Geschmacks- und Konservierungsstoffen) der einzelnen Produkte gemeint. Welchen Ursprung hat der Schinken und wie stark ist er verarbeitet – zusammengesetztes Schweinefleisch, Konservierungsstoffe, andere Zusätze? Wird frische Ananas verwendet oder wird auf gezuckerte Dosenware zurückgegriffen?

Teigherstellung

Ein echter italienischer Pizzateig besteht nur aus fünf Zutaten (Mehl, Hefe, Wasser, Salz und italienisches Olivenöl) – ohne Konservierungsstoffe und Zusätze. Zudem geht/ruht der Teig mindestens 12 Stunden, was ihn viel bekömmlicher macht.

Art und Menge des Käses

Italiener:innen würden die Pizza nie mit Käse überladen. Eher werden Mozzarella-Stückchen auf der Pizza verteilt, anstelle von großen Mengen Streukäse.

Größe der Pizza

Auch die Größe macht den Unterschied: Man erschreckt förmlich, wenn der Lieferdienst eine Pizza in Familiengröße in der Hand hält, obwohl man doch eine „Single“-Pizza bestellt hatte. Dies regt zum Mehressen an und vor allem über die Sättigung hinaus.

Häufigkeit des Verzehrs

Und zu guter Letzt spielt wie so häufig der Genuss eine zentrale Rolle. Meist wird die Pizza als schneller „Mittagssnack“ oder chilliges „Couchabendmenü“ verzehrt. Zu schnell und mit Ablenkung werden dem Körper keine Sättigungssignale ausgesendet und durch das unzureichende Durchkauen bleiben dem Körper einige Nährstoffe vorenthalten.

Fazit: Pizza – auch eine Pizza Hawaii – ist erlaubt, wenn sie mit Genuss und in guter Qualität verzehrt wird. Da echte Italiener:innen eine Pizza Hawaii nicht auf der Speisekarte führen werden, rate ich dazu, selber zu backen, am besten mit Freunden, um den Genuss und die Geselligkeit zu erhöhen wie in Italien. Die Dosis und Art der Zubereitung macht das Gift!

 

Dein Ansprechpartner
Prof. Dr. Dorothea Portius

Professorin für den Bachelorstudiengang Ernährungstherapie und -beratung

dorothea.portius@srh.de +49 365 773407-19