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Ein Gewinn sein in Theorie und Praxis

Alumnus Hendrick Unger über Soziale Arbeit (B.A.) und seine Faszination für ein Studium.

Hendrik Unger ist Absolvent des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit an der SRH Hochschule für Gesundheit. Seit dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums ist er nicht nur praktisch, sondern ebenso als externer Dozent im Studiengang tätig.

Woher seine Faszination für die Soziale Arbeit kommt, wie er sein Studium erlebt hat und was er zukünfitigen Studierenden mit auf den Weg geben kann – diese und noch mehr Fragen beantwortet er in unserem kurzen Interview.

Was fasziniert Sie an der Sozialen Arbeit?

Es gibt sehr viele Aspekte, die ich an der Profession Soziale Arbeit spannend finde. Zuerst einmal finde ich faszinierend, auf positiver Weise, in welchen Lebenskonstellationen bzw. -arrangements, damit verbunden, mit welchen Belastungen Men-schen zurechtkommen können oder auch müssen und sie ihr Leben trotz dessen gut meistern. Auf der anderen Seite, auf eher negativer Weise, fasziniert mich aber auch das Unvermögen bzw. der Unwillen politischer Akteure die (strukturellen) Missstände, welche für solche enormen Belastungen verantwortlich sind, in die Öffentlichkeit zu tragen und zu bearbeiten. Davon abgesehen ist besonders die Spannweite der Herausforderungen und Aufgaben, mit welchen die Soziale Arbeit konfrontiert ist, beeindruckend (z.B. von der Arbeit mit Kindern bis hin zu Senioren, von Alltagsproblemen bis zu pathologischen Störungen als Gegenstand der Hilfe). Neben der enormen Breite an Arbeit- bzw. Handlungsfeldern ist auch die professionelle Arbeit täglich vor neue, oftmals unvorhergesehene Probleme gestellt, welche es dann zu lösen gilt. Tagtäglich neue, einzigartige Probleme zu lösen kann auf der einen Seite herausfordernd und anstrengend sein, macht aber eine Menge Spaß - es ist schlichtweg faszinierend! Zudem kann man sich hier nicht nur beruflich, sondern auch privat/persönlich, sehr gut weiterentwickeln.

Für die hier durchscheinende Rolle des Problemlösers, bedarf es aber auch allerlei enorm breitgefächerte Kompetenzen und Wissen - Psychologie, Soziologie, Medizin, Rechtswissenschaften, Erziehungswissenschaften, sind nur einige Bezugswis-senschaften der Sozialen Arbeit. Zu diesem breiten Wissensschatz an Erklärungswissen, welches situationsbezogen und fallspezifisch angewendet werden soll, kommt dann noch das Wissen und Anwenden verschiedener (sozialpädagogischer) Methoden hinzu. Ein so breiter Fundus an Wissen und Können ist enorm faszinierend, was meiner Meinung nach mitunter nicht nur von der Öffentlichkeit, sondern von Fachkräften der Sozialen Arbeit selbst zu geringgeschätzt wird.

Zu guter Letzt finde ich natürlich auch die Arbeit mit den Menschen bzw. die Menschen mit ihren Eigenheiten und Denkweisen sehr spannend und zugleich inspirierend. Man glaubt manchmal gar nicht, was man alles noch nicht kennt.

Sie haben an der SRH Hochschule für Gesundheit Soziale Arbeit (B. A.) studiert, warum fiel Ihre Wahl auf unsere Gesundheitshochschule?

Die Gründe für eine Wahl der SRH Hochschule für Gesundheit als Hochschule für das Studium sind vielfältig. An aller erster Stelle stehen natürlich persönliche Gründe wie beispielsweise die Passung des Studienstarts zum meinen damaligen Lebensverhältnissen. Darüber hinaus hat mich die enge Betreuung und Begleitung durch die Professor:innen bzw. Lehrenden sehr angesprochen, welche mit der recht geringen Gruppengröße zusammenhängt. So konnte auch innerhalb der Lehrveranstaltungen auf die Bedürfnisse der Studierenden eingegangen werden. Es gab immer die Möglichkeit Fragen zu stellen, auch über die Lehrveranstaltungen hinaus. Diese wurden immer, in der Regel auch zeitnah, beantwortet - ganz gleich um welche Belange es sich handelte.

Die Integrierung der Praktika in den Studienverlauf als Alternative zum Anerkennungsjahr habe ich ebenfalls als sehr angenehm empfunden. Zum einen konnten die Lehrveranstaltungen an der Praxis orientiert werden und praktischen Erfahrungen Raum in Seminaren gegeben werden, was eher theorielastige Seminare sehr gut ergänzte.

Aufgrund der klein gehaltenen Seminargruppen konnten wir auch sehr viele Methoden (z.B. in Beratung und Forschung) selbst ausprobieren. Es wurde uns so breits im Studium die Möglichkeit gegeben, erste “methodische Erfahrung” zu sammeln und die tägliche Arbeit in einigen Handlungsfelder (z.B. Beratung und Forschung) anfänglich kennenzulernen. Nicht zuletzt war auch die doppelte staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter:in und Sozialpädagog:in mit Beendigung des Studiums ein attraktiver Grund, das Studium am Campus Gera zu beginnen.

Kompetenzorientierung, Wissenschaftlichkeit, Praxisintegrierung – dies alles sind Schlagworte des Studiengangs. Treffen diese auch zu?

Wissenschaftlichkeit und Praxisintegrierung auf jeden Fall. Auf die Praxisintegrierung bin ich eben schon eingegangen. Zudem waren die Dozent:innen immer sehr engagiert uns das richtige wissenschaftliche Arbeiten und Schreiben nahe zu bringen. Auch den Inhalten im Studium mangelte es nicht an wissen-schaftliches Wissen. Forschung bzw. Wissenschaft wurde nicht nur theoretisch durchdrungen, sondern auch praktisch erprobt. Den Aspekt der Kompetenzorientierung ist für mich, aus Sicht des Studierenden, schwer einzuschätzen, aber da ich mich weitgehend “bereit für die Praxis” fühle, denke ich, dass auch dieses Schlagwort zutrifft.

Fühlten Sie sich nach ihrem Abschluss „bereit für die Praxis“?

“Bereit” auf jeden Fall - Erfahrungen muss ich trotzdem noch allerhand sammeln. Vor allem durch die in den Studienverlauf integrierten Praktika und dem Rekurs auf praktische Erfahrungen in den Lehrveranstaltungen haben mir ein gutes und sicheres Gefühl gegeben mich nun den Herausforderungen und Aufgaben in der Sozialen Arbeit zu stellen.

Wie blicken Sie aus Ihrer heutigen Perspektive auf Ihr Studium?

Mein Studium ist ja noch nicht lange her, aber ich habe Lust auf mehr bekommen, weswegen ich jetzt auch ein Zweitstudium anschließen werde. Die Chance sich mit Inhalten und Themen intensiv theoretisch auseinanderzusetzen, wissenschaftliches Wissen zu sammeln und zu qualifizieren, die auch persönlichem Interesse entspringen ist toll, auch wenn ich das leider erst später so wahrgenommen habe. Es bietet sich nicht nur die Möglichkeit, die eigenen Sichtweisen und Einstellungen/Haltungen, persönlich wie beruflich, sondern auch die eigene Denk- und Handlungsfähigkeit, in vielen beruflichen wie privaten Bereichen, zu erweitern und sich auf diese Weise weiterzuentwickeln.

Zum Studium an der SRH Hochschule für Gesundheit konkret: Rückblickend finde ich das Konzept der SRH Hochschule für Gesundheit sehr passend für ein Studium der Sozialen Arbeit. Besonders die Praxisintegrierung in das Studium bereitet super auf den Berufseinstieg vor und für die ganzen Theorien und wissenschaftlichen Inhalte kann ein Bezug zur Praxis hergestellt/angeboten werden. Im Endeffekt vereint das Studium an der SRH die Vorzüge von Vollzeit- und dualem Studium.

Am Ende noch ein Wort an unsere zukünftigen Studierenden der Sozialen Arbeit!?!?

Leider wusste ich die Zeit des Studierens/Studiums lange nicht richtig zu schätzen und habe es teilweise mehr als Belastung und weniger als Chance verstanden. Es ist aber genau andersherum. Man kann sich mit Themen und Inhalten auseinandersetzen, für die im “normalen” Alltag kaum die Zeit oder vielleicht auch Lust bleibt oder man gar nicht erst auf die Idee/den Gedanke kommt. Bringen Sie Ihre eigenen Interessen ein und verfolgen Sie diese, arbeiten Sie auch theoretisch. Es wird Ihnen ein Gewinn sein – in Theorie und Praxis!

Wir danken Hendrick Unger für seine Zeit und das tolle Gespräch.

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