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Unsere abgeschlossenen Forschungsprojekte

Hier finden Sie alle Forschungsprojekte, mit denen wir die Gesellschaft etwas gesünder gemacht haben.

Durch das Einwerben von Drittmitteln konnten an unserer Gesundheitshochschule bereits viele spannende Forschungsaktivitäten durchgeführt werden. Hier erhalten Sie einen detaillierten Überblick über bereits abgeschlossene Forschungsprojekte.

Unsere Drittmittelprojekte

Studiengang: Neurorehabilitation, Master of Science

ProjektleiterIn: Susan Högg, cand. M.Sc., Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz

Kooperationspartner: Asklepioskliniken Schildautal Seesen

Laufzeit: 01.05.2017-31.05.2018

Kontakt: Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz, jan.mehrholz@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Hintergrund: Nach einem Schlaganfall leiden die Betroffenen infolge einer Armlähmung häufig an motorischen Beeinträchtigungen und sind von der Unterstützung Angehöriger oder medizinischen Personals abhängig. Eine effektive Rehabilitation ist daher sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene von großer Bedeutung. Ein gängiges Verfahren zur Behandlung funktioneller Einschränkungen durch Paresen ist progressives Widerstandstraining. Dadurch wurden in randomisierten kontrollierten Studien bedeutende funktionelle Veränderungen erzielt. Aufgrund der derzeitigen Studienlage ist jedoch keine Aussage zur Effektivität dieses Trainings im subakuten Krankheitsstadium möglich. Deshalb ist das Ziel unserer Studie, Sicherheit und Effektivität von Armkrafttraining in der subakuten Phase nach Schlaganfall zu untersuchen.

Methodik: Wir planen in unserer neurologischen Rehabilitationsklinik eine prospektive, randomisierte kontrollierte Studie mit verblindeten Untersuchern, welche Patienten nach Schlaganfall im subakuten Krankheitsstadium untersucht. Es erfolgt eine zufällige und verborgene Zuordnung der Patienten zu einer von zwei Trainingsgruppen (im Verhältnis 1:1). Zusätzlich zur Standard-Rehabilitation erhält die Interventionsgruppe ein intensives und progressives Armwiderstandstraining und die Kontrollgruppe erhält ein Armtraining geringer Intensität (drei Mal pro Woche, über drei Wochen, jeweils 60 Minuten Trainingszeit, insgesamt neun Trainingseinheiten). Die Standardrehabilitation für den Arm umfasst Mobilisation, Dehnung, Lagerung, arm- und handmotorisches Training, Kräftigungsübungen, roboter- bzw. gerätegestütztes Funktionstraining und Aktivitätentraining. Die primäre Zielvariable ist die Griffkraft – ein bedeutender Prädiktor für die funktionelle Erholung. Die sekundären Endpunkte werden mit der Modified Ashworth Scale, dem Motricity Index, dem Fugl-Meyer-Assessment für die obere Extremität, dem Box & Block Test und der Goal Attainment Scale beurteilt. Die Zielvariablen werden zu Beginn und unmittelbar nach drei Wochen Training von verblindeten Untersuchern erhoben. Außerdem werden Dropout-Raten und das Auftreten von unerwünschten Nebeneffekten dokumentiert. Basierend auf unseren Berechnungen benötigen wir einen Stichprobenumfang von 78 Patienten.

Diskussion: Mit dieser Studie soll die Evidenzlücke für Effekte eines Armkrafttrainings bei Patienten nach Schlaganfall im subakuten Stadium geschlossen werden. Die Ergebnisse dieser Studie können einen robusten Beweis für Wirkung und Sicherheit dieses Trainings bieten. Die Studie wird vor Rekrutierung des ersten Patienten im deutschen Register für klinische Studien registriert.

Studiengang: Studiengangübergreifendes Projekt

ProjektleiterIn: Carolin Thiel Beteiligte MitarbeiterIn: Carolin Thiel – Koordination, Nicole Werbelow – Abrechnung

Kooperationspartner: Tabaluga Grundschule; Otto-Dix Grundschule; Hans-Christian-Andersen Grundschule; Entdecker Grundschule; Förderschule Röpsen Laufzeit: 2012-2020

Kontakt: Carolin Thiel, M.Sc., carolin.thiel@srh.de

Finanzierung: Landeskoordination in Thüringen, Staatliches Schulamt Ostthüringen, Pädagogische Werkstatt-Globales Lernen-Gera e.V. und Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Referat Jugendpolitik; Spenden

Förderungsvolumen: 2.500 Euro

In dem bundesweit seit weit über 10 Jahren erfolgreichen Projekt werden Schüler im Grundschulalter auf dem manchmal schwierigen Weg ins Jugendalter begleitet. Das Mentorenprogramm Balu und Du fördert Grundschulkinder im außerschulischen Bereich. Darin involviert sind junge, engagierte Studierende (Balus) der SRH Hochschule für Gesundheit, die ehrenamtlich für mindestens ein Jahr eine individuelle Patenschaft für ein Kind (Mogli) übernehmen. Durch die persönliche Zugewandtheit und aktive Freizeitgestaltung, werden die Kinder darin unterstützt, sich in unserer Gesellschaft zu entwickeln und zu lernen, wie sie die Herausforderungen des Alltags erfolgreich meistern können. Durch die regelmäßigen Treffen profitieren die Kinder von den Erfahrungen der jungen Erwachsenen und lernen sie als Vertraute und Ratgeber schätzen. Im Rahmen des Projektes finden zusätzlich dazugehörige Reflexionstreffen für die Studierenden statt, in denen Ereignisse, Probleme und Anliegen im Beisein der Projektleitung besprochen werden können.

ProjektleiterIn: Dr. Sabrina Simchen-Schubert

Beteiligte MitarbeiterIn: Kristin Velten-Richter

Laufzeit: 08.2019-01.2020

Kontakt: Dr. Sabrina Simchen-Schubert

Finanzierung: SRH Kliniken GmbH

Fördersumme: 15.000 Euro

Um die Qualität der Behandlungen der Patienten sowie die Zusammenarbeit der einweisenden Mediziner hoch zu halten, wurde im September/Oktober 2019 die Einweiser – und Nachsorgerbefragung 2019 durch die SRH Hochschule für Gesundheit durchgeführt. Die Hochschule unterstützt damit das Qualitätsmanagement von 10 SRH Klinken.

Insgesamt wurden ca. 6.500 Kliniken und Ärzte deutschlandweit angeschrieben. Dabei wurden Themen wie die Zufriedenheit und Präferenzen verschiedener Aspekte, Informationswünsche zu den Kliniken sowie der Gesamteindruck der Kliniken bei den Medizinern abgefragt. Des Weiteren wurde in 4 der 10 Kliniken zusätzlich eine Zentrenbefragung durchgeführt, bei welcher eine Beurteilung der onkologischen und endologischen Zentren erfolgte.

Die Auswertung findet auf Trägergesellschafts – und Unternehmensebene statt. Die Ergebnisse der Befragung sollen die Zusammenarbeit mit den einweisenden Ärzten qualitativ hoch halten sowie Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.

von Menschen mit sichtbaren chronischen Hauterkrankungen in Deutschland (ECHT-EVAL 2018)

Studiengang: Psychische Gesundheit und Psychotherapie, M. Sc.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski

Beteiligte MitarbeiterIn: Natascha Alexandra Weinberger

Kooperationspartner: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) Bundesverband der Deutschen Dermatologen e.V. - BVDD-Stabsstelle Politik Berlin

Laufzeit: 01.01.2018-31.12.2020

Kontakt: Natascha Alexandra Weinberger, natascha-alexandra.weinberger@srh.de

Finanzierung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Förderungsvolumen: 145.000 Euro

Etwa 10 Millionen Menschen sind in Deutschland von verschiedenen Arten von Hauterkrankungen betroffen. Gerade Menschen mit sichtbaren chronischen Hautkrankheiten leiden auch in Deutschland immer noch unter Unverständnis und zum Teil offener Stigmatisierung. Negative Reaktionen anderer Mitmenschen, können einen enormen Leidensdruck bei den Betroffenen verursachen und sich belastend auf unterschiedliche Lebensbereiche auswirken.

Vor diesem Hintergrund werden im vorliegenden Projekt der SRH Hochschule für Gesundheit, das durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird, spezifische Formate der strukturierten „Entstigmatisierung“ in der Begegnung zwischen Betroffenen und nicht Betroffenen konzipiert, entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Die Erprobung der Interventionen wird in einem natürlichen Umfeld durchgeführt. Die unmittelbare Evaluation erfolgt sowohl mit einer qualitativen als auch einer quantitativen Analyse.

Das zentrale Ziel des Projektes ist das Erlangen valider Erkenntnisse zum Nutzen und zur Wirksamkeit verschiedener Interventionsformen für die „Entstigmatisierung“ chronisch hautkranker Menschen und die Umsetzung eines langfristigen Konzeptes von Maßnahmen zur „Entstigmatisierung“ in Deutschland.

Studiengänge: Studiengangübergreifendes Projekt

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Johannes Schaller

Beteiligte MitarbeiterIn: Dr. Diana RöslerAntje Malik

Kooperationspartner: Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Laufzeit: 01.09.2016- 31.08.2018

Kontakt: Dr. Diana Rösler, diana.roesler@srh.de

Finanzierung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Förderungsvolumen: 10.000 Euro

Als Bündnispartner der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz bietet die SRH Hochschule für Gesundheit ein mehrteiliges Fortbildungsangebot für professionelles Fachpersonal wie Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Auszubildende aber auch für Betroffene und Angehörige von Menschen mit Demenz zum Thema Demenz an. Ziel ist es einerseits die aktive Vernetzung zwischen den einzelnen Akteuren im Themenbereich Demenz im Rahmen der Netzwerkarbeit zu verbessern; zum anderen steht die gesellschaftliche Aufklärung und insbesondere die Sensibilisierung und Ermöglichung von Unterstützungsangeboten im Umgang mit Demenz im Vordergrund. Impliziert ist hierbei eine verstärkte Einbindung des SRH Wald-Klinikums Gera und der ortsansässigen Ärzte, um auch hier für die Zukunft eine nachhaltige Zusammenarbeit in der Aufklärung und Behandlung von Demenzerkrankten zu fördern. Die Fortbildung ist inhaltlich so konzipiert, dass die einzelnen Bündnispartner (z.B. Ärzte, Psychologen, Sozial- und Pflegeberater, Therapeuten, Selbsthilfegruppen, Vereine, Wohnungsbaugenossenschaften u.a.) eine aktive Rolle in der Durchführung der Fortbildungen einnehmen. Die angesprochenen Zielgruppen erhalten darüber hinaus umfangreiches und für ihre Belange zusammengestelltes Informationsmaterial.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski

Beteiligte MitarbeiterIn: Marie Bernard, M.A.

Kooperationspartner: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD), Universität Jena, RED-Institut Oldenburg

Laufzeit: 01.01.2017-31.12.2019

Kontakt: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorskiclaudia.luck-sikorski@srh.de; Marie Bernardmarie.bernard@srh.de 

Finanzierung: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD), Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Förderungsvolumen: 85.000 Euro

Ziel der Studie ist die Evaluation des entwickelten VDBD Schulungsprogramms für Angehörige von Menschen mit Diabetes mellitus (DM). Dafür wird eine randomisierte, kontrollierte Studie (RCT) durchgeführt, bei der Teilnehmer des Schulungsprogramms mit einer Kontrollgruppe ohne Teilnahme verglichen werden. Es werden je n = 80 Probanden auf Versuchs- und Kontrollgruppe aufgeteilt, die sich nochmal gleichmäßig auf Schulungen für Angehörige von Patienten mit DM Typ 1 bzw. Typ 2 unterteilen (je n = 40 pro Gruppe). Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe sind dabei die Basis um den Nutzen des Schulungsprogramms im Vergleich zu einer ungeschulten Probandengruppe zu beurteilen. Die Kontrollgruppe erhält im Beobachtungszeitraum keine Intervention, sondern die reguläre Beratung und Betreuung. Für die Evaluation des Schulungsprogramms wird ein Ansatz mit qualitativen und quantitativen Methoden (Mixed-Methods) gewählt: Quantitative Fragebögen werden dabei unabhängig der Gruppenzugehörigkeit vor Beginn des Schulungsprogramms sowie nach dessen Beendigung eingesetzt. Zusätzlich erfolgt eine quantitative Nachbefragung nach 6 und 12 Monaten in beiden Gruppen. Zusätzlich werden qualitative leitfadengestützte Interviews nach Beendigung des Schulungsprogramms durchgeführt. Ziel ist es, den diabetesassoziierten Wissensstand und Wissenszuwachs sowie soziale und psychische Ressourcen und Belastungen der Angehörigen von Menschen mit DM zu erfassen. Die randomisiert-kontrollierte Evaluationsstudie ist zudem Voraussetzung für die Anerkennung und Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Erfolgreiche Markteinführung kardioprotektiver Lebensmittel- Einstellung der Bevölkerung gegenüber kardioprotektiver Lebensmittel

Projektmitglieder: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller 

Ansprechpartnerin: Franziska Jung, Regine Breneise

Projektpartner: Universitäten Jena, Halle-Wittenberg und Leipzig

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Dieses Projekt ist Teil des Kompetenznetzes „nutriCARD“ (Competence Cluster for Nutrition and cardiovascular health), welches an den Universitäten Jena, Halle-Wittenberg und Leipzig durchgeführt wird. Das Projekt ist an der Universität Leipzig (Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health) angesiedelt und eingeworben, wird jedoch an der SRH Hochschule für Gesundheit Gera durch Frau Prof. Luck-Sikorski und Frau Jung bearbeitet.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eines der führenden Gesundheitsprobleme weltweit und die häufigste Todesursache in den Industrieländern. Es besteht somit ein dringlicher Bedarf für gesündere Lebensmittel und ein verbessertes Ernährungsverhalten, zwei Themen, die die nutriCARD Initiative beinhaltet. Eine quantitative Untersuchung (N=1000) der Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber kardioprotektiven Lebensmitteln wird im Rahmen dieses Projektes durchgeführt.

Die quantitative Erhebung umfasst einerseits Fragen in Bezug auf die Akzeptanz und Bereitschaft, diese Produkte zu erwerben bzw. die Kaufmotive zu eruieren. Andererseits werden eventuelle Barrieren oder Hindernisse, welche vom Kauf abhalten, herausgearbeitet. Die Bestimmung und Beschreibung von Konsumentengruppen, welche kardioprotektiven Lebensmitteln entweder besonders skeptisch oder befürwortend gegenüberstehen ist das Ziel dieser Analysen. Eine qualitative Fokusgruppen-Untersuchung dient abschließend dem Ziel mehr Informationen über diese Konsumenten- und Interessentengruppen zu erhalten.

Ziel des hier beschriebenen Teilprojektes ist es, mit Hilfe der Marktanalyse das Kundenpotenzial zu erörtern und die Lücke zwischen Hersteller und Kunden zu schließen. Das Projekt liefert Einblicke in Bezug auf Essverhalten, Ernährung und Gesundheitsbewusstsein der Allgemeinbevölkerung. Von den Ergebnissen können mögliche Strategien abgeleitet werden, um das Gesundheitsbewusstsein zu steigern und aktiv als auch präventiv gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den damit verbundenen gesundheitlichen Konsequenzen vorzugehen.

Studiengang: Psychische Gesundheit und Psychotherapie, M. Sc.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski

Beteiligte MitarbeiterIn: Jennifer Spiegel, Regine Breneise

Kooperationspartner: Empirische Kommunikations- und Medienforschung Universität Leipzig (Dr. Tobias Höhn), Institut für Lebensmittelhygiene Universität Leipzig (Prof. Peggy Braun, Dr. Claudia Wiacek)

Laufzeit: 01.11.2018-31.10.2020

Kontakt: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, claudia.luck-sikorski@srh.de; Regine Breneise, regine.breneise@srh.de

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderungsvolumen: 108.000 Euro

Kardioprotektive Lebensmittel stellen eine Möglichkeit dar, das Essverhalten und damit das Risiko für kardiovaskulare Erkrankungen, aber auch das Körpergewicht der Allgemeinbevölkerung zu beeinflussen und zudem das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes Mellitus Typ 2 zu senken. Es sollen daher die Einstellungen der Bevölkerung zu diesen neuen Lebensmitteln erfasst werden und zudem Trends dokumentiert werden, wie sich zunehmende Marketing-Kampagnen zu kardioprotektiven Lebensmitteln seit Beginn von nutriCARD auswirken. Bislang zeigt sich, dass der Einführung von solchen Produkten mit Skepsis begegnet wird. Eine Studie in Deutschland belegt beispielsweise, dass 1998 nur 12% den Begriff „Funktionelle Lebensmittel“ überhaupt kannten (Scholzel 1998). Da heute jedoch die Verfügbarkeit dieser Produkte gestiegen ist und die Bevölkerung ein deutlich größeres Interesse an gesunder Ernährung zeigt, konnten neuere finnische Studien dokumentieren, dass diese Lebensmittel mittlerweile ähnlich wie konventionelle Lebensmittel beurteilt werden (Urala und Lahteenmaki 2007).

Dieses Projekt besteht aus einem quantitativen Survey, um Konsumverhalten und Einstellungen von Personen der Allgemeinbevölkerung zu neuen Produkten untersuchen. Hierbei werden Teilnehmer hinsichtlich ihres Gesundheitsverhaltens, Einstellungen zu kardioprotektiven Lebensmitteln sowie Wissen über innovative Lebensmittel befragt. Dabei werden eine längsschnittliche Untersuchung und ein Vergleich zu den Ergebnissen aus der ersten Förderperiode vorgenommen.

Studiengang: Medizinpädagogik, Master of Arts

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Sylvia Sänger 

Beteiligte MitarbeiterIn: Robert Leschowski, B.A.

Kooperationspartner: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG

Laufzeit: 01.06.2016-31.05.2018

Kontakt: Prof. Dr. Sylvia Sänger, sylvia.saenger@srh.de

Finanzierung: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG

Förderungsvolumen: 6.270 Euro

Hintergrund: Zu den Aufgaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gehört nach §139a Abs. 3 SGB V auch die Bereitstellung von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen für Bürgerinnen und Bürger. Diese Informationen sind auf der Plattform www.gesundheitsinformation.de verfügbar. Gesundheitsinformationen sollen das Wissen der Bürgerinnen und Bürger zu Gesundheitsfragen verbessern und ihnen eine aktive und informierte Entscheidung ermöglichen. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Informationen für Bürgerinnen und Bürger auch verständlich sind. In Testungen mit Laien soll dies überprüft werden.

Methodik: Zur Überprüfung der Verständlichkeit der Gesundheitsinformationen wurde eine Nutzertestung mit Bürgerinnen und Bürgern aus Gera und dem Einzugsgebiet von Gera durchgeführt. Die Rekrutierung erfolgte durch Informationsflyer, Aushänge und persönliche Ansprache. Die Testteilnehmer erhielten die zu testenden Informationen und nahmen im häuslichen Umfeld eine Bewertung auf einem Fragebogen vor. Anschließend wurden leitfadengestützte Einzelinterviews durchgeführt und transkribiert. Die Nutzertestung soll Aufschluss geben über die Verständlichkeit der Informationen und der statistischen Angaben im Text, über die Struktur und den Umfang der Information sowie über die Eignung der unterschiedlichen Informationen zur Unterstützung der Arzt-Patienten-Kommunikation und Entscheidungsfindung. Über die soziodemografischen Angaben der Testteilnehmer, die Ergebnisse der Fragebögen und die transkribierten Einzelinterviews wurde jeweils ein Kurzbericht angefertigt und an das IQWiG versandt. Dieser bildet die Grundlage zur Überarbeitung der Information, die dann anschließend im Portal www.gesundheitsinformation.de  veröffentlicht wird. Im Mai 2018 ist ein zusammenfassender Abschlussbericht über alle Testungen zu erstellen.

Ergebnisse: Bisher wurden die folgenden Informationen getestet:

  • „Warum wird eine Untersuchung der Bauchschlagader angeboten?“
  • Ständiger Husten und Atemnot sind nicht normal (COPD)
  • Keine falsche Scham bei Kopfläusen
  • Seborrhoisches Ekzem
  • Welche Mittel helfen beim seborrhoischen Ekzem?

Chronisch venöser Insuffizienz (CVI), Adipositas und deren Mischformen

Studiengänge: Psychische Gesundheit und Psychotherapie, Master of Science und Physiotherapie, Bachelor of Science, ausbildungsintegrierend

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Constance DaubertProf. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski

Kooperationspartner: Deutsche Lymphselbsthilfe e.V.

Laufzeit: 01.12.2017-31.12.2018

Kontakt: Prof. Dr. Constance Daubert, constance.daubert@srh.de

Finanzierung: Deutsche Lymphselbsthilfe e.V.

Förderungsvolumen: 2.000 Euro

Lymphödem und Lipödem sind häufige chronische Erkrankungen, die mit einer hohen psychischen und physischen Belastung für die Betroffenen einhergehen (Schubert & Viethen, 2016; Flaggl, Döller & Apich, 2006; Jager, Döller & Roth, 2006; McWayne & Heiney, 2005; Williams, Moffatt & Franks, 2004).

Bislang gibt es jedoch keine systematischen Untersuchen zur den Belastungen, die Menschen mit Lymphöden, Lipödem, CVI und deren Mischformen erleben. Im Rahmen einer quantitativen Befragung werden online Betroffene befragt. Es kommen hierbei Fragebögen zum Belastungserleben ebenso wie zur wahrgenommenen Stigmatisierung zum Einsatz. Geplant ist, das Pilot-Projekt in größerem Umfang auch qualitativ weiter fortzuführen.

Die Ergebnisse stellen den überhaupt ersten krankheitsbilderübergreifenden Überblick zum Thema Psyche und Lip-/Lymphödem/CVI/Adipositaslymphödem dar. Sie dienen der Dokumentation der psychischen Belastungen und des Versorgungsalltags von betroffenen Patienten. Die Ergebnisse der Studie können Leistungserbringer und Fachgesellschaft bei der Argumentation gegenüber Kostenträgern unterstützen und die Forderung nach Handlungsbedarf stützen.

Studiengang: Physiotherapie, Bachelor of Science, ausbildungsintegrierend

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Björn EichmannProf. Dr. Tobias Erhardt

Kooperationspartner: Reha med Herxheim Gesundheitspark

Laufzeit: 01.02.17-30.09.18

Kontakt: Prof. Dr. Björn Eichmann, björn.eichmann@srh.de; Prof. Dr. Tobias Erhardt, tobias.erhardt@srh.de

Finanzierung: Reha med Herxheim Gesundheitspark

Förderungsvolumen: 1.400 Euro

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Effektivität und Nachhaltigkeit der medizinischen Trainingstherapie (MTT). Welchen Stellenwert hat die MTT bei Patienten hinsichtlich Berufsalltag, Lebensqualität und Gesundheitszustand? Dazu werden Patienten mit Erkrankungen der Lendenwirbelsäule als Studienteilnehmer rekrutiert. Die Datenerhebung erfolgt zu Beginn und am Ende der ambulanten Reha, zwei Monate und fünf Monate danach. Erfasst werden die Wirbelsäulenbeweglichkeit, die physische Leistungsbeurteilung bei arbeitsbezogenen Belastungen, das Standgleichgewicht, die Ausdauer sowie die Maximalkraft der Rumpfmuskulatur.

Studiengang: Physiotherapie, Bachelor of Science, ausbildungsintegrierend

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Tobias ErhardtProf. Dr. Björn Eichmann

Kooperationspartner: Klinikum Landau-SÜW, Klinik Annweiler am Trifels

Laufzeit: 01.03.17-01.09.18

Kontakt: Prof. Dr. Björn Eichmann, björn.eichmann@srh.de; Prof. Dr. Tobias Erhardt, tobias.erhardt@srh.de

Finanzierung: Klinikum Landau-SÜW, Klinik Annweiler am Trifels

Förderungsvolumen: 800 Euro

Ziel der Studie ist das Mobilisationsmanagement bei geriatrischen Patienten. Wie gelingt es geriatrische Patienten während und nach dem stationären Aufenthalt für Bewegung zu motivieren und Selbstvertrauen aufzubauen? Dazu werden stationäre Patienten im Klinikum Annweiler rekrutiert. Die Datenerhebung erfolgt zu Beginn und am Ende des stationären Aufenthaltes sowie 28 Tage danach. Erfasst werden die körperliche Aktivität, das körperliche Leistungsniveau sowie das subjektive Befinden der Patienten.

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Björn Eichmann & Prof. Dr. Tobias Erhardt

Kooperationspartner: Hornbach AG

Laufzeit: 01.05.2017-31.05.2018

Kontakt: Prof. Dr. Björn Eichmann, Björn.eichmann@srh.de & Prof. Dr. Tobias Erhardt

Finanzierung: Hornbach AG

Hintergrund Arbeitsbedingte Krankheitstage werden zu einem großen Teil von Rückenschmerzen verursacht. 34% der Arbeitsunfähigkeit sind auf Rückenschmerzen zurückzuführen (Liersch, 2013). Studien zeigen bereits die positiven Effekte von Krafttraining (Lee et al., 2016) auf die Rückenstruktur. In der folgenden Studie wird darauf eingegangen, wie sich gezieltes Rumpftraining im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements umsetzen lässt. Methode Ein achtwöchiges Rumpftraining (1x pro Woche) wurde mit 19 Teilnehmern in der Interventionsgruppe durchgeführt. 5 Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe und führten die Intervention nicht aus.

Als Assessments wurden die Numeric Rating Scale (NRS), der Finger-Boden-Abstand (FBA), der Fragebogen SF-36, ein selbstentwickelter Fragebogen sowie weitere Messwerte, erhoben durch eine Körperanalysewaage, erfasst. Die Teilnehmer wurden an der Baseline und nach der achtwöchigen Intervention den Assessments unterzogen. Ergebnisse Der Rückenschmerz konnte während der Intervention um 13% gesenkt werden. Auch die Angaben zum Wohlempfinden sind auffällig. So konnten diese um 7,8% verbessert werden. Insbesondere die Probanden, die sich zum Studienstart unwohl fühlten, zeigten deutliche Fortschritte. Diskussion Die Studie zeigt, dass sich sowohl der physische als auch das psychische Gesundheitszustand durch betriebliches Gesundheitsmanagement verbessern lässt. Um diese Tendenzen zu bestätigen, wären größere und interdisziplinäre Konzepte sinnvoll.

Studiengang: Physiotherapie, Bachelor of Science

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Tobias Erhardt

Beteiligte MitarbeiterIn: Prof. Dr. Björn Eichmann, Nils Bringeland (M.A.), wissenschaftlicher Mitarbeiter

Kooperationspartner: BKK Pfalz

Laufzeit: 01.02.2018-30.11.2019

Kontakt: Prof. Dr. Tobias Erhardt, tobias.erhardt@srh.de

Finanzierung: BKK Pfalz

Fördervolumen: 35.438,20 Euro

Die Ziele der Studie „Wandern und Gesundheit“ (WG-Studie) sind die Erfassung des Bewegungsumfangs sowie eine Erhebung physischer und psychischer Parameter. Dazu gehören Puls, Blutdruck, Muskelmasse und eine Befragung zur körperlichen und seelischen Befindlichkeit. Dazu werden an Gesundheitswanderungen interessierte Studienteilnehmer rekrutiert. Die Datenerhebung erfolgt zu fünf Messzeitpunkten (t1, t1, t2, t3, t4). Die Studie ist ein Kooperationsprojekt zwischen der SRH Hochschule für Gesundheit in Karlsruhe und der BKK Pfalz.

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc., ausbildungsintegrierend am Campus Leverkusen

ProjektleiterIn: Prof. habil. Dr. Michael Tiemann

Beteiligte MitarbeiterIn: Prof. Dr. Melvin Mohokum, Assina Müller

Kooperationspartner: Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (Prof. Dr. Alexander Woll, Prof. Dr. Stefan Sell; Prof. Dr. Rita Wittelsberger)

Laufzeit: 01.09.2018-29.02.2020

Kontakt: Prof. Dr. Michael Tiemann, michael.tiemann@srh.de

Finanzierung: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband

Förderungsvolumen: 248.082 Euro

Das von der Deutschen Rheuma-Liga bundesweit durchgeführte Funktionstraining stellt ein zentrales Element der gesundheitlichen Versorgung rheumakranker Menschen dar. Wichtige Ziele des Funktionstrainings sind der Erhalt und die Verbesserung der Körperfunktionen der betreffenden Personen sowie deren möglichst dauerhafte Eingliederung in die Gesellschaft und das Arbeitsleben. Um diese Ziele zu erreichen, beinhaltet das Funktionstraining insbesondere spezifische bewegungstherapeutische Übungen in Form von Trocken- und Wassergymnastik sowie weitere ergänzende Maßnahmen zur Förderung eines selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Umgangs mit der eigenen Krankheit.

Im Rahmen dieses Projekts wird das Funktionstraining an die aktuellen medizinischen, sport-, trainings-, therapie- und verhaltenswissenschaftlichen sowie gesundheitspsychologischen Erkenntnisse angepasst und konsequent am ICFAnsatz (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) der WHO ausgerichtet. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auch auf die praktische Umsetzbarkeit des neu- bzw. weiterentwickelten Konzepts in den Landes- und Mitgliedsverbänden der Deutschen Rheuma-Liga gerichtet.

Schwerpunkte des Projekts sind die Beschreibung der Zielgruppe sowie der Ziele und Inhalte des Funktionstrainings, die Entwicklung eines Kompetenzprofils für Funktionstrainingsleiter, die Erarbeitung einer Umsetzungsstrategie und Durchführung einer Implementierungsevaluation sowie die Erstellung eines Aus- und Fortbildungscurriculums für Funktionstrainingsleiter. Hierzu werden insbesondere systematische Literaturanalysen sowie Gruppendiskussionen, Einzelinterviews und schriftliche Befragungen von Geschäftsführern, Funktionstrainingsleitern und Teilnehmern des Funktionstrainings durchgeführt.

In Deutschlands Kliniken, Pflegestationen und in der häuslichen Pflege arbeiten rund 860.000 Pflegekräfte. Fast 200.000 von ihnen befinden sich im letzten Drittel ihres Arbeitslebens und blicken bereits auf viele Dienstjahre zurück. Diese Gruppe befindet sich in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite fordert der Gesetzgeber, dass das pflegerische Handeln dem wissenschaftlichen "State of the Art" entspricht. Auf der anderen Seite müssen die Fachkräfte in der Pflege ihren anstrengenden Berufsalltag bewältigen und aus der Situation heraus verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Wie funktioniert in diesem Kontext die berufliche Weiterbildung?

Das Förderprojekt "Flexicare 50+", das von den Partnern SRH Hochschule für Gesundheit Gera, TÜV Rheinland Akademie und MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung durchgeführt wird, lotet für berufserfahrene Fachkräfte in der Pflege neue Möglichkeiten aus, wie sie sich trotz hoher Arbeitsbelastung und Kostendruck weiterbilden können. Das Projektkonsortium entwickelt hierfür Lernszenarien, die anschließend im Katholischen Klinikum Bochum, im Klinikum Arnsberg und im Klinikum Niederberg erprobt und etabliert werden sollen, um so neue Bildungsangebote für Fachkräfte zu schaffen.

Forschungsförderung intern

Entwicklung eines Erhebungsinstrumentes

Studiengang: Bildung und Förderung in der Kindheit, Bachelor of Arts

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Manja Plehn

Laufzeit: WS 2018/19

Kontakt: Prof. Dr. Manja Plehn, manja.plehn@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Das Forschungsprojekt ist in der Disziplin der Kindheitspädagogik, im Kontext der pädagogischen Qualität von Kindertagseinrichtungen zu verorten und hier ausschließlich in den Arbeitsfeldern Hort, Schulkindbetreuung und Ganztagsgrundschule. Die „Mittagessensituation“ gilt als ein pädagogisches Handlungsfeld (Tietze et al. 2016, S. 85-94), das pädagogisch professionell gestaltet werden kann und sollte. Bislang ist kein Instrument bekannt, mit dem die Sicht der Grundschulkinder auf ihr subjektives Erleben ihrer Mittagessensituation empirisch erhoben werden kann. Diese ist aber erforderlich, um anschließend die Qualität des pädagogischen Handelns weiterzuentwickeln. Den Anspruch, die Perspektive von Kindern zu erforschen, diskutiert die moderne Kindheitsforschung seit fast zwei Jahrzehnten (Heinzel 2012). Ihre subjektiven Sichtweisen, Interpretationen von Phänomenen der Welt- und Selbstsicht rücken damit in den Fokus der Kindheitspädagogik. Es kann davon ausgegangen werden, dass insbesondere Kinder im Grundschulalter in der Lage sind, ihre subjektiven Sichtweisen auf ihren Lebensraum in einer pädagogischen Einrichtung und ihre Erfahrungen symbolisch zu repräsentieren. In einer Vielzahl von Untersuchungen wurde inzwischen versucht, mit qualitativen Methoden Forschungszugänge zu kindlichen Perspektiven zu eröffnen. Aber auch in der quantitativen Forschung wurden zunehmend Kinder als Adressaten von Umfragen entdeckt (Heinzel 2012). Dazu müssen die Instrumente der Befragung jedoch am Alter und den Kompetenzen der Kinder ausgerichtet sein. Bislang wurden verschiedene Verfahren wissenschaftlich entwickelt, u.a. Dialoggestützte Interviews mit Kindern (Weltzien 2012) und Kindgerecht aus Kindersicht - die QuaKi-Studie (Nentwig-Gesemann, Walther & Thedinga 2017). Ein Instrument zur Erhebung der Sichtweisen von Kindern auf ihre Mittagessensituation in einer Tageseinrichtung existiert bislang nicht.

zu randomisierten kontrollierten Studien zur Verbesserung der Gehfähigkeit nach Schlaganfall

Studiengänge: Physiotherapie, Bachelor of Science, Ergotherapie, Bachelor of Science und Neurorehabilitation, Master of Science

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Bernhard Elsner

Beteiligte MitarbeiterIn: Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz

Kooperationspartner: TU Dresden

Laufzeit: 01.04.2017-30.09.2017

Kontakt: Prof. Dr. Bernhard Elsner, bernhard.elsner@srh.de 

Studiengänge: Physiotherapie, Bachelor of Science, Ergotherapie, Bachelor of Science und Neurorehabilitation, Master of Science

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Hintergrund: Ziel der vorliegenden Arbeit war es die aktuelle Evidenz der Gangrehabilitation nach Schlaganfall zusammenzufassen. Methode: Systematische Übersichtsarbeit zu randomisierten kontrollierten Studien mit Netzwerkmetaanalyse. Endpunkte waren die Gehgeschwindigkeit, die Gehfähigkeit, die Gangausdauer und Komplikationen.

Ergebnis: Wir schlossen insgesamt 95 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 4 458 Patienten nach Schlaganfall ein. Für den primären Endpunkt Gehgeschwindigkeit erreichte die endeffektor-basierte elektromechanisch-assistierte Gangrehabilitation signifikante Verbesserungen (Mittelwertsdifferenz (MD) = 0,16 m/s, 95 % Konfidenzintervall (KI): 0,04 … 0,28). Alle anderen Interventionen verbesserten die Gehgeschwindigkeit nicht signifikant. Für den sekundären Endpunkt Gangausdauer erreichte nur das geschwindigkeitsbasierte Laufbandtraining und das Laufbandtraining mit Körpergewichtsentlastung signifikante Verbesserung (MD = 59,9 m, 95 % KI: 3,7 … 116 bzw. MD = 39,8 m, 95 % KI: 4,8 … 74,8). Für den sekundären Endpunkt Gehfähigkeit wurde aufgrund bedeutender Inkonsistenz keine Netzwerkmetaanalyse durchgeführt. Sicherheit und Nebenwirkungen unterschieden sich nicht hinsichtlich der einzelnen Interventionen der Gangrehabilitation nach Schlaganfall.

Schlussfolgerung: Im Vergleich verschiedener Gangtherapie Ansätze nach Schlaganfall scheint die Gangrehabilitation mit Endeffektorunterstützung vorteilhaft zur Verbesserung der Gehgeschwindigkeit und die Laufbandtherapie mit Körpergewichtsentlastung bzw. mit Geschwindigkeitsansatz vorteilhaft zur Verbesserung der Gangausdauer zu sein.

Studiengang: Gesundheitspsychologie, Bachelor of Science

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Beate Muschalla

Beteiligte MitarbeiterIn: cand.-psych. Linda Meinel, cand.-psych. Laura Dietrich

Laufzeit: WiSe 2017-18 (Bewilligung) bis SoSe 2018 (Untersuchungsdurchführung)

Kontakt: Prof. Dr. Beate Muschalla, beate.muschalla@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Im Sinne der modernen Beschreibung von Gesundheitsproblemen (ICF, WHO, 2001) ist eine Beeinträchtigung die Resultante aus „Fähigkeit“ und „Kontext“. Zur Beschreibung von Arbeitsgesundheit und Arbeitsfähigkeit bedarf es neben einer gleichzeitigen Erfassung von Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters auch einer Beschreibung der Fähigkeitsanforderungen des konkreten Arbeitsplatzes (Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie, GBA, 2014). Bislang fehlt ein in der Praxis handhabbares Instrument zur prägnanten Beschreibung psychischer Arbeitsfähigkeitsanforderungen. Im Bereich der Sozialmedizin hat sich das Mini-ICF-APP (Linden et al., 2015, 2015) als ein Standardverfahren etabliert (DRV, 2012; DGPM, 2012; SGVP, 2012; Schneider et al., 2012), um psychisch relevante Fähigkeiten eines Menschen zu beschreiben. Es erlaubt als Fremdratinginstrument auf 13 Fähigkeitsdimensionen den Fähigkeitsstatus und ggf. Fähigkeitsbeeinträchtigungen des Menschen zu erfassen. Von der Mini-ICF-APP-Arbeitsgruppe wurde inzwischen auch in einer Pilotstudie eine erste Version des Mini-ICF-APP-W erarbeitet (Muschalla, 2015), das auf denselben Fähigkeitsdimensionen die Fähigkeitsanforderungen eines Arbeitsplatzes erfasst. In dieser Pilotstudie wurden Patienten einer somatischen Rehabilitationsklinik interviewt. Die Untersuchung umfasste zunächst eine Auswahl an Fähigkeitsdimensionen.

Studienziel: Das Instrumentarium (Mini-ICF-APP-W) soll auf oben beschriebene Pilotstudie aufbauend an einer unabhängigen nicht-klinischen Stichprobe evaluiert werden. Es sollen die Fähigkeitsdimensionen ergänzt werden, die in der Pilotstudie keine Berücksichtigung finden könnten. Eine strukturierte Erhebung von arbeitsrelevanten psychischen Fähigkeiten und wahrgenommenen Arbeitsanforderungen ist von großer Bedeutung für

(a) das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM),
(b) die gesetzlich geforderte psychische Gefährdungsbeurteilung,
(c) eine präventionsorientierte Personalauswahl,
(d) Interventionen bei Mitarbeiter_innen mit psychischen Problemen,
(e) das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM),
(f) die Planung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) für Menschen mit chronischen psychischen Beeinträchtigungen. Das Mini-ICF-APP-W wird daher nach erfolgreicher Evaluation von Interesse für diese Anwendungsgebiete sein.

Dieses Projekt ist ein Teilprojekt im Rahmen des Forschungsprogramms zu arbeitsbezogenen psychischen Problemstellungen und (Arbeits)fähigkeitsfragen der Antragstellerin (vgl. Webseite). Im Kontext der Gesundheitsforschung der SRH handelt es sich um ein Projekt an der Schnittstelle zwischen Gesundheitspsychologie, Klinischer und Arbeitspsychologie. Studierende aller drei Fächer können sowohl im Rahmen der geplanten Qualifikationsarbeiten profitieren, oder auch von den Ergebnissen und den sich im Rahmen des Projekts ergebenden neuen Vernetzungen mit Organisationen.

– Wie verbreitet sind Fehlvorstellungen über das Gehirn unter Studierenden und Lehrenden? Teil 2

Studiengang: Medizinpädagogik, Master of Arts (M. A.)

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Hiltraut Paridon

Laufzeit: Oktober 2018 - April 2019

Kontakt: Prof. Dr. Hiltraut Paridon, hiltraut.paridon@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Ziel des Projektes ist es, die Verbreitung von Neuromythen unter Lehrenden und Studierenden zu untersuchen, aufzubereiten und richtig zu stellen. Im Teil 1 des beantragten Projekts wurde eine deutsche Variante eines Fragebogens zu Neuromythen erstellt und pilotiert. Hierzu wurden existierende englische Fragebögen recherchiert, ins Deutsche übersetzt (deutsche Psychologin mit 1. Staatsexamen in Englisch) und von einem native speaker (australischer Psychologe) zurück übersetzt. Abweichungen wurden von den Übersetzern diskutiert und Formulierungen entsprechend angepasst. Danach wurde die Pilotversion 36 Studierenden der SRH Hochschule vorgegeben. Es wird deutlich, dass auch in der Pilotgruppe Neuromythen verbreitet sind. Der geplante zweite Teil des Projekts soll die Daten auf eine breitere Basis stellen. Der Fragebogen soll in einer Online-Variante erstellt werden, so dass die Verbreitung von Neuromythen in einer größeren Stichprobe untersucht werden kann. Die Ergebnisse sollen auf einer Tagung vorgestellt werden (voraussichtlich: Tagung der deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik in Leipzig). Weiterführend können Artikel und Informationsmaterialien erstellt werden, die dann helfen, typische Fehlvorstellungen über die Funktionsweise des Gehirns darzustellen und richtig zu stellen.

Studiengang: Physiotherapie, Bachelor of Science, ausbildungsbegleitend und berufsbegleitend

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Bernhard Elsner

Laufzeit: WS 17/18

Kontakt: Prof. Dr. Bernhard Elsner, bernhard.elsner@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Hintergrund: Bewegung reduziert das Risiko, an chronischen Zivilisationskrankheiten zu erkranken. Es zeigte sich jedoch, dass Kardiologen nur zwischen 5.000 und 6.000 statt der empfohlenen 10.000-12.000 Schritte pro Arbeitstag gehen. Vergleichbare Zahlen für Physio-und Ergotherapeuten existieren bisher nicht. Der Präventionsbedarf dieser Berufsgruppe bleibt somit unklar.

Primäres Ziel der Arbeit ist die Ermittlung der durchschnittlichen Anzahl gegangener Schritte von Physio- und Ergotherapeuten an einem 8-stündigen Arbeitstag in Deutschland.

Methoden: Die Studie wird im Design einer fragebogenbasierten Querschnittstudie durchgeführt. Die geplante Stichprobengröße beträgt 30 Teilnehmer. Die Stichprobe soll als Gelegenheitsstichprobe in Berlin, Gera und Niesky erhoben werden. Eingeschlossen sind Physio-und Ergotherapeuten, die im ambulanten oder stationären Setting praktisch tätig sind. Die Untersuchung fand im Januar 2018 statt. Die Anzahl der gegangenen Schritte wird mit einem Schrittzähler ermittelt (Omron Schrittzähler Walking Style IV, Omron, Kyoto, Japan). Kontrollvariablen sind Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche (verhältnisskaliert), Alter (verhältnisskaliert) und Setting (ambulant/stationär, kategorial). Der Einfluss der Kontrollvariablen auf die Zielgröße soll mittels eines generalisierten linearen gemischten Modells (GLMM) untersucht werden. Alle statistischen Analysen werden mit der Statistiksoftware R durchgeführt.

Ergebnisse: Es konnten 36 Physio- und Ergotherapeuten eingeschlossen werden. Die Mittelwert (SD) gegangener Schritte pro Arbeitstag betrug 6492 (1603).

Diskussion: Ähnlich wie Kardiologen auch weisen Physio- und Ergotherapeuten einen erhöhten Präventionsbedarf in Bezug auf deren berufsbezogenes Bewegungsverhalten auf. Weitere Untersuchungen an einer größeren und systematisch erhobenen Stichprobe sind gefordert.

Studiengang: Bildung und Förderung in der Kindheit, B. A.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Anne Henning

Beteiligte Mitarbeiterin: Nina Hampel, B.A. (ehem. Studierende im Studiengang Bildung und Förderung in der Kindheit)

Laufzeit: SS 20

Kontakt: Prof. Dr. Anne Henning, anne.henning@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

„Nein!“ „Allein!“ - Mit der Zunahme seiner motorischen Fähigkeiten und der Entdeckung seines Selbst im zweiten Lebensjahr beginnt das Kleinkind, sich zunehmend von seinen Eltern zu lösen, nach Autonomie zu streben und seinen eigenen Willen zu entwickeln. Das Kind in der Autonomiephase erkennt auch, wenn seine Wünsche und Handlungspläne seine Fähigkeiten übersteigen oder nicht mit seiner (sozialen) Umwelt übereinstimmen, was zu Frustration und Trotzverhalten führt. Mit diesem Frustrationserlebnis kann das Kind jedoch noch nicht adäquat umgehen und benötigt daher die ko-regulierende Unterstützung der Eltern um seine selbstregulativen Fähigkeiten entwickeln zu können. Um dieser wechselseitigen Abhängigkeit gerecht zu werden, haben Pauen und Kollegen einen Elternfragebogen zum IMpulsMAnagement vom Säuglings- bis zum Vorschulalter (IMMA 1-6, Pauen, Bechtel-Kühne & Strodthoff, 2018) für den deutschsprachigen Raum entwickelt, der sowohl das selbstregulative Verhalten des Kindes als auch die Erwartungen der Eltern an die selbstregulativen Fähigkeiten ihres Kindes und das elterliche ko-regulative Verhalten in für das Kind herausfordernden Situationen berücksichtigt. Da dieser Fragebogen spezifisch auf frustrierende und herausfordernde Situationen fokussiert, ist es von grundlegendem Interesse, inwieweit das kindliche und elterliche Verhalten zum kindlichen Impulsmanagement in diesen für die Autonomiephase charakteristischen Situationen mit dem elterlichen Erziehungsstil im Allgemeinen, erhoben über einen einschlägigen Elternfragebogen, zusammenhängen.

Ziel des Forschungsvorhabens, das im Rahmen der Bachelor-Arbeit von Frau Nina Hampel durchgeführt wurde, war somit die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem elterlichen Erziehungsstil und dem kindlichen und elterlichen Impulsmanagement während der kindlichen Autonomiephase.

Hierzu wurden 43 Elternteile von einem Kind im Alter von 18 bis 54 Monaten (Mädchen: 58%, M = 2.6 Jahre, SD = .85; Jungen: 42%, M = 2.9 Jahre, SD = .74) online befragt. Zur Einschätzung des elterlichen Erziehungsstils wurde das Eltern-Erziehungsstil-Inventar (EEI, Satow, 2013) und zur Einschätzung des kindlichen selbstregulativen Verhaltens der Elternfragebogen IMMA 1-6 (Pauen et al., 2018) verwendet.

Die Ergebnisse der Korrelationsanalysen zeigten erwartungskonforme Zusammenhänge: Je liebevoller der elterliche Erziehungsstil war, desto häufiger kooperierten Kinder unmittelbar nach elterlichen Aufforderungen oder Verboten in für Kinder frustrierenden Situationen. Und je strenger der elterliche Erziehungsstil war, desto häufiger war das elterliche koregulative Verhalten in für Kinder frustrierenden Situationen geprägt von negativem Druck, der auf das Kind ausgeübt wurde, und desto seltener führten Eltern mit ihren Kindern in diesen Situationen Gespräche und Verhandlungen. Konsistent mit vorherigen Studien zeigen die vorliegenden Ergebnisse, dass elterliche negative Kontrolle mit weniger Folgebereitschaft (compliance) des Kindes einhergeht, und sie legen nahe, dass ein liebevoller Umgang Kinder darin unterstützt, ihr Verhalten in für die Autonomiephase charakteristischen, frustrierenden Situationen besser regulieren zu können.

Studiengang: Logopädie, Bachelor of Science, ausbildungsintergrierend, Campus Karlsruhe

ProjektleiterIn: Prof. Dr. habil. Claudia Wahn

Laufzeit: Oktober 2018 - April 2019

Kontakt: Prof. Dr. habil. Claudia Wahn, claudia.wahn@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung

Haben zweisprachige Kinder Probleme mit dem Erwerb ihrer L2 oder weisen sie eine sog. spezifische Spracherwerbsstörung (SSES) analog einsprachigen Kindern auf, die sich jedoch in beiden Sprachen zeigt, stehen in der Praxis aktuell keine geeigneten Handlungsansätze zur Verfügung. Nicht selten sind deshalb zweisprachige Kinder in der Sprachtherapie zu finden, obwohl sie keinen „echten“ Therapiebedarf haben. Ausgenommen davon sind natürlich die Kinder, die eine SSES aufweisen. Ein Therapiebedarf ist hier zweifellos gegeben. Für beide Fälle gilt jedoch, dass eine Intervention umso günstiger für den Spracherwerb ist, je früher diese erfolgt. Im ersten Fall dient diese der Prävention und Unterstützung zweisprachigen Lernens. Im zweiten Fall zielt die Intervention auf eine effektive und effiziente Gestaltung von Sprachtherapie ab, um zweisprachige Kinder analog einsprachigen Kindern nicht länger als nötig in Sprachtherapie zu behalten. Einzelformate wurden in Gruppenformate überführt, praktisch erprobt und evaluiert (Wahn, 2016a; Wahn, 2016b). Die positiven Ergebnisse für die nunmehr 76 Förder- und Therapieeinheiten mit einem Umfang von insgesamt 912 Stunden, stellen inhaltlich eine gute Grundlage dar, um KiTas und Grundschulen bei der Gestaltung sprachspezifischer Förderangebote zu unterstützen sowie SprachtherapeutInnen einen effektiven und effizienten Rahmen zur Gestaltung von Sprachtherapie für zweisprachige Kinder zu bieten. Die bisherigen Forschungsarbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt, Finanziert soll die Veröffentlichung im Buchformat (internationaler Wissenschaftsverlag Peter Lang in der Herausgeberreihe „Sprachtherapie – Sprachförderung“).

Laufzeit: 1 Jahr

Stifter: SRH Förderstiftung und das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

Fördersumme: 40.000 €

Nach Inkrafttreten des SGB IX im Jahr 2001 und der Frühförderungsverordnung (FrühV) 2003 steht eine flächendeckende Umsetzung ihrer gesetzlichen und fachlichen Vorgaben immer noch aus. Dies gilt auch für Thüringen. Um die Arbeit der Frühförderung transparent zu machen und das Gelingen von tiefgreifenden Umstrukturierungen und damit die Effektivität des Einsatzes der finanziellen Mittel bewerten zu können, erscheinen aktuelle Daten aus den Frühfördereinrichtungen unverzichtbar. Das Sozialministerium hat daher das Institut für Interdisziplinäre Frühförderung an unsere Hochschule mit einer Erhebung dieser Daten beauftragt.

Die Studie gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil werden im Vorfeld der Umsetzung der Landesrahmenvereinbarung zur Komplexleistung Frühförderung die bisherigen Rahmenbedingungen der Frühförderung in Thüringen als Ausgangspunkt der Veränderungen erhoben. Dabei geht es auch darum, das unübersichtliche System der Frühförderung transparenter zu machen. Entsprechend sind die Ergebnisse für die Konzipierung und Weiterentwicklung einer effektiven „Interdisziplinären Frühförderung“ - wie sie der Gesetzgeber fordert - von Bedeutung. Die Studie wird wichtige Anhaltspunkte über die derzeitige Praxis liefern.

Der zweite Teil soll als Folgestudie die Veränderungen erfassen, die sich durch die Etablierung von Interdisziplinären Frühförderstellen ergeben haben bzw. noch ergeben werden. Parallel hierzu werden bei den jeweiligen kommunalen Rehabilitationsträgern ebenfalls Rahmendaten der Frühförderung und deren Ausgestaltung abgefragt werden.

Forschungsprojekte der Studiengänge

für Aphasieforschung und Behandlung, Subgruppe Neurodegenerative Erkrankungen

Studiengang: Logopädie, B. Sc., ausbildungsintegrierend, Campus Düsseldorf und Bonn

ProjektleiterIn: Dr. Julia Büttner-Kunert (Ludwig-Maximilians-Universität München), Frank Regenbrecht (Universitätsklinikum Leipzig), Dr. Ralf Glindemann (Städtisches Klinikum München)

ProjektleiterIn an der SRH: Prof. Dr. Katharina Dressel

Kooperationspartner: Gesellschaft für Aphasieforschung und Behandlung (GAB)

Laufzeit: 2018-Ende noch offen

Kontakt: Prof. Dr. Katharina Dressel, katharina.dressel@srh.de

Finanzierung: Bundesverband Klinische Linguistik (BKL): 8.000 Euro; Gesellschaft für Aphasieforschung und –behandlung e.v. (GAB): 2.500 (Reisemittel für Arbeitsgruppentreffen; Anschubfinanzierung für Vorarbeiten; BMBF-Förderlinie „Kleine Fächer – Große Potentiale“: Förderung der Arbeitsgruppentagung Kognitive Kommunikationsstörungen, 27.02.2020 – 29.02.2020, Köln (Antragsteller Dr. Rosenkranz, Universität zu Köln); DFG-Netzwerkantrag zur Finanzierung weiterer Treffen in Planung

Die deutschlandweite Arbeitsgruppe Kognitive Kommunikationsstörungen der Gesellschaft für Aphasieforschung und Behandlung (GAB) trifft sich in regelmäßigen Abständen, um Standards einer ressourcenorientierten Diagnostik kommunikativer und sprachlicher Leistungen bei kognitiven Kommunikationsstörungen unterschiedlicher Ätiologien zu entwickeln. Für 2021 ist unter der Leitung von Dr. Julia Büttner (LMU München) und Dr. Kristina Jonas (Universität zu Köln) ein DFG-Netzwerkantrag geplant zur Förderung von Treffen der Netzwerkmitglieder sowie von etwaigen Publikationen, und Einladungen (intern-)nationaler Wissenschaftler.

Studiengang: Logopädie, B. Sc., ausbildungsintegrierend, Campus Heidelberg

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Juliane Klann

Kooperationspartner: Universitätsklinikum Mannheim, beratend: Universität Göteborg

Laufzeit: seit SS 2019

Kontakt: Prof. Dr. Juliane Klann, juliane.klann@srh.de

Das Projekt befindet sich in der Planung und soll über eine Drittmittelförderung ein praktikables Testverfahren und v.a. Kriterien für die Bewertung sprachlicher Leistungsveränderungen bei hirnoperierten Patienten schaffen. Hirnoperationen werden immer häufiger am wachen Patienten durchgeführt, da nur auf diese Weise einem kognitiven Leistungsverlust durch Substratschädigung während der OP vorzubeugen ist. Dazu werden die Patienten vor, während und nach der OP sprachlichen Leistungstests unterzogen. Diese müssen je nach Lage der Schnittvorgabe höchst spezifisch ausgewählt werden, damit eine mögliche unmittelbar Funktionsbeeinträchtigung zu Tage tritt (Wortgenerierungstests decken z.B. keine syntaktischen Beeinträchtigungen auf). Aufgrund des stark vernetzten Sprachsystems ist diese Zuordnung vorab schwer zu treffen. In der internationalen Forschung steht daher bis heute Frage offen, welche Leistungen wann und wie genau zu testen sind um einen höchstmöglichen Schutz der intakten Sprachleistungen vor intraoperativer und nachhaltiger Schädigung zu bieten. Darüber hinaus stellt sich immer wieder neu die Frage, welche Kriterien an eine klare Auswertung intraoperativer Testungen angelegt werden müssen, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um eine relevante Beeinträchtigung handelt und nicht etwa ein Relikt des Beruhigungsmittels, der Aufregung o.ä. Da die Auslegung einer Auffälligkeit als relevante Störung essentiell zur Entscheidung über Abbruch oder Fortführung der Tumorentfernung entscheidet, müssen die Kriterien evidenzbasiert entwickelt werden. Beide Fragen adressiert das Vorhaben, das bereits in der Planungsphase eine Bachelorarbeit hervorgebracht hat.

Entwicklung eines ergonomisch optimierten Modells des Pflegewagens

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc., ausbildungsintegrierend

Projektleiterinnen: Prof. Dr. Melvin Mohokum

Kooperationspartner: Bergische Universität Wuppertal, Studiengang Industriedesign

Laufzeit: 2016-2017

Kontakt: Prof. Dr. Melvin Mohokum, melvin.mohokum@srh.de

Angehörige von Pflegeberufen haben sowohl hohe körperliche als auch hohe psychische Arbeitsanforderungen. Pflegende arbeiten häufig im Stehen, müssen öfter schwere Lasten heben und üben ihre Tätigkeit im Vergleich zu anderen Berufen öfter in einer Zwangshaltung aus. Hinzukommen psychische Belastungsfaktoren wie Schicht-, Wochenend- und Nachtdienst sowie Zeitdruck und häufige Pausenausfälle.

Die Eigenschaft der ausgeübten Tätigkeit spielt eine wesentliche Rolle auf die Ausprägung und die Entwicklung einer Krankheit. Auch der Umfang von Fehlzeiten ist davon betroffen. Insbesondere in den Pflegeberufen liegen die Arbeitsunfähigkeitstage mit insgesamt 758,5 Arbeitsunfähigkeitstagen je 100 Versichertenjahre deutlich über dem Durchschnitt von 590,9 Arbeitsunfähigkeitstagen je 100 Versichertenjahre. Basis der Auswertung sind die AOK-Mitglieder im Jahr 2016. Auch der DAK Gesundheitsreport berichtet übereinstimmend von hohen krankheitsbedingten Ausfällen in Pflegeberufen. In Bezug auf den Krankenstand schneidet das Gesundheitswesen im bundesweiten Durschnitt ohnehin meist schlecht ab.

Durch die berufsspezifischen körperlichen Belastungen von Pflegenden treten deshalb gehäuft Muskel-Skelett-Erkrankungen auf. Aufgrund einer Auswertung des WidO entfallen in der Pflege 22.6% aller Krankschreibungen auf die Hauptdiagnosegruppe Muskel-Skelett-Erkrankungen. Hinzukommt, dass Pflegekräfte oft häufig und lange krank sind. Viele Pflegekräfte erreichen aufgrund gesundheitlicher Beschwerden das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht.

Zur Reduktion von muskuloskelettalen Beschwerden von Pflegepersonal in der stationären Pflege wurde ein ergonomisch optimiertes Modell eines Pflegewagens entwickelt.

Publikation: Brennecke, F., Topel, M., Kalweit, A., Mohokum, M. (2017) Ergonomisch arbeiten mit Carego. Heilberufe - Das Pflegemagazin, 2017, 69 (6), 40–42

– Eine komplexe Interventionsstudie

Studiengang: Medizinpädagogik, B. A.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. Marion Burckhardt

Kooperationspartner: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Sana Herzchirurgie Stuttgart

Laufzeit: 31.12.2017-31.10.2020

Kontakt: Prof. Dr. Marion Burckhardt, marion.burckhardt@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung durch Sana Herzchirurgie

Hintergrund: In Deutschland wurden im Jahr 2011 155.000 nosokomiale Harnwegsinfekte (HWI) registriert. Ein Großteil davon ist durch Harnwegskatheter (HWK) verursacht.

Ziel: Primäres Ziel ist die Senkung der Inzidenz katheterassoziierter Harnwegsinfekte in einer herzchirurgischen Klinik.

Methoden: Es wird eine komplexe Intervention, bestehend aus mehreren Maßnahmenbündeln, die in Zusammenarbeit mit ärztlichem und pflegerischem Personal erarbeitet werden, implementiert. Die Evaluation der Intervention wird im Rahmen einer Vorher-Nachher-Studie mit Zeitreihenanalysen (interrupted time series) und begleitender Prozessevaluation durchgeführt.

Ergebnisse: Die Studie wurde wegen der Corona Pandemie frühzeitig abgebrochen. Interimsergebnisse zeigten eine signifikante, jedoch nicht relevante Senkung der Katheterliegedauer sowie eine nicht signifikante Senkung der Harnwegsinfektionen.

– Evaluation eines strukturierten und leitlinienbasierten multimodalen Versorgungskonzepts für Menschen mit Akne inversa

Studiengang: Medizinpädagogik, B. A.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Burckhardt

Kooperationspartner: Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V.(DGfW), Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg, Techniker Krankenkasse, BARMER

Kontakt: Prof. Dr. Marion Burckhardt, marion.burckhardt@srh.de Finanzierung: Interne Forschungsförderung der Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW)

Die Akne inversa (Ai) ist eine entzündliche Erkrankung der Haut, die ca. ein Prozent der Bevölkerung betrifft. Es bilden sich Abszesse und Fistelgänge, hauptsächlich in den Achseln und Leisten, die schlechtriechendes Sekret absondern und starke Schmerzen verursachen. Akne inversa ist eine Erkrankung, die hauptsächlich bei jungen Menschen auftritt und zu dauerhaften körperlichen Einschränkungen, Arbeitsunfähigkeit und sozialer Isolation führen kann. In der Regelversorgung werden Ai-Patienten oft nicht richtig diagnostiziert oder dem Schweregrad ihrer Erkrankung entsprechend versorgt. Eine adäquate Behandlung dieser komplexen Erkrankung erfordert eine besondere klinische Expertise.

Mit dem Projekt sollen bundesweit sowohl in Arztpraxen und Kliniken als auch an Wundzentren sogenannte Akne inversaZentren (AiZ) etabliert werden. Hier sollen die Patientinnen und Patienten mit einem strukturierten, interdisziplinären Behandlungsweg optimal therapiert werden. Da viele Risikofaktoren der Ai umweltbedingt sind, wird dabei auch ein großes Augenmerk auf die Aufklärung von Ai-Patienten zu diesen negativen Umwelteinflüssen gelegt. Um den Erfolg der AiZ festzustellen, werden in einer Studie ca. 600 Patientinnen und Patienten untersucht. Davon wird eine Hälfte nach dem aktuellen medizinischen Standard behandelt, die andere an ein AiZ überwiesen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 4,4 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall werden die AiZ dazu beitragen, die Krankheitsbelastung der Patientinnen und Patienten zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen enorm zu steigern. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass auch das Gesundheitssystem langfristig signifikant entlastet wird.

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc., ausbildungsintegrierend

Projektleiter:in: Prof. Dr. Melvin Mohokum

Kooperationspartner: Springer Verlag Heidelberg

Laufzeit: 2016-2017

Kontakt: Prof. Dr. Melvin Mohokum, melvin.mohokum@srh.de

Moderne Unternehmen fördern zielgerichtet und systematisch die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter. Auch der Staat und die Krankenkassen unterstützen Präventionskonzepte im Setting Betrieb. Für die professionelle Durchführung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) werden kompetente Akteure benötigt. Ziel dieses Projekts war es, einen Leitfaden für Protagonisten, insbesondere Physiotherapeuten, zu entwickeln, der diese in der Durchführung von BGF-Projekten unterstützt.

Der Leitfaden vermittelt wichtige Grundlagen zum Thema BGF, aber auch spezifische Fachinhalte zur Bedarfsanalyse, zur Maßnahmenplanung, -durchführung und -evaluation. Zudem beinhaltet er Kontextwissen zur Auftragsakquise, zur Konzepterstellung und zu Marketingstrategien.

Publikation: Mohokum, M., Dördelmann, J. (2017) Betriebliche Gesundheitsförderung. Ein Leitfaden für Physiotherapeuten. Springer Verlag, Heidelberg und Berlin

Studiengang: Soziale Arbeit, B. A.

Projektleiter: Prof. Dr. Sandra Meusel

Beteiligte Mitarbeiter: Hendrik Unger, B.A. Student Soziale Arbeit, 6. Semester

Kooperationspartner: Diana Paschek, Sonderbeauftragte Fachkräftesicherung und Projektleiterin PersonalentwicklungMitWirkung Parität Thüringen

Laufzeit: 01.04.2020-31.12.2020

Kontakt: Prof. Dr. Sandra Meusel, sandra.meusel@srh.de

Digitalisierung als Megatrend betrifft auch die Soziale Arbeit. Im Forschungsprojekt wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich durch die Corona-Krise Zugänge der Professionellen zu den Adressatinnen und umgekehrt über digitale Medien verändern. Insbesondere werden Formate wie E-Mail, Videokonferenzen, soziale Netzwerke und online-Beteiligung in den Blick genommen. Weiterhin werden Hindernisse bei der Nutzung digitaler Kommunikationsmedien untersucht. Die Erhebung der Daten erfolgt über einen Online-Fragebogen im Zeitraum vom 09.06.2020 bis 31.07.2020. Die 137 Teilnehmer*innen stammen überwiegend aus Thüringen (42,34%) und Sachsen (28,47%). Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Bachelor-Arbeit analysiert und 2021 im Sammelband zum Thema „Corona, Sozialarbeit und Gesellschaft. Neue Perspektiven und Pfade“ (Verlag Beltz Juventa) veröffentlicht.

Wie Werte und Normen einer Gesellschaft über Spiele vermittelt werden

Studiengang: Methodenlehre in den Gesundheits- und Sozialwissenschaften

ProjektleiterIn: Prof. Susanne Hardecker, Prof. Daniel Haun (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig)

Beteiligte MitarbeiterIn: Sarah Peoples (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig)

Kooperationspartner: Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig

Laufzeit: 01.08.2016-31.03.2020

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Hardecker, susanne.hardecker@srh.de

Seit mindestens 4000 Jahren spielen Menschen auf der ganzen Welt Spiele. Während jedoch das Spielverhalten bei Menschen und Tieren eingehend untersucht ist, hat die Verhaltensforschung die Existenz von regelbasierten Spielen beim Menschen weitestgehend außer Acht gelassen. Das vorliegende Projekt zielt darauf, diese Lücke mit einem interdisziplinären Ansatz aus Entwicklungspsychologie und Kulturanthropologie zu füllen. Die zugrundeliegende Hypothese ist, dass die Struktur von Spielen durch die Struktur derjenigen Gesellschaft geprägt ist, die das Spiel spielt. Worauf in unserer Gesellschaft Wert gelegt wird, könnte deshalb auch auf dem Spielfeld belohnt werden. Beispielsweise kann kooperatives und kompetitives Verhalten durch Spiele gefördert werden sowie Fähigkeiten zur Zusammenarbeit, zwischenmenschliches Verstehen und Empathie. Um diese Idee zu verfolgen, soll eine neue Spieltypologie entworfen werden (die Sozial- und Belohnungsstruktur erfasst) sowie ein Instrument zur Messung gesellschaftlicher Werte über Entwicklung, Kulturen und Geschichte hinweg. Mit einem entwicklungspsychologischen Ansatz soll herausgefunden werden, welche Spiele Kinder in verschiedenen Kulturen beigebracht bekommen sowie selbst erfinden und ob diese Spiele die unterschiedlichen gesellschaftliche Werte ihrer Kultur widerspiegeln. All diese Untersuchungen werden uns helfen ein Stück weit zu verstehen, wie es möglich ist, dass menschliche Gesellschaften stabil und doch flexibel über Generationen hinweg weitergegeben werden. In dem komplexen Puzzle menschlicher Kulturen könnten Spiele eine wichtige Rolle als Träger und Botschafter für gesellschaftliche moralische Werte spielen.

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc., ausbildungsintegrierend am Campus Leverkusen

Projektleiter: Prof. Gabor Kovacs (SRH Berlin University of Applied Sciences, Berlin School of Design and Communication)

Beteiligte Mitarbeiter: Prof. Dr. habil. Michael Tiemann (SRH Hochschule für Gesundheit)

Kooperationspartner: SRH Berlin University of Applied Sciences, Institut für Digitale Gesundheit (IDG), Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. (DVV)

Laufzeit: 01.04.2020-31.12.2020

Kontakt: Prof. Dr. habil. Michael Tiemann, michael.tiemann@srh.de

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kernziele des Forschungsprojekts „Family Literacy – Gesundheitsbezogene Grundbildung (FLiGe)“ sind der Ausbau der gesundheitsbezogenen Grundkompetenzen in der Bevölkerung im Rahmen der AlphaDekade sowie die Entwicklung von Lernangeboten, die unter Voraussetzung eines bestimmten Literalitäts- und Sprachniveaus für Teilnehmende mit und ohne Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung gleichermaßen eingesetzt werden können.

Die Evaluation des Projekts bezieht sich schwerpunktmäßig auf diese Kernziele und umfasst drei Bereiche: In der Kernevaluation werden mittels qualitativer Interviews mit Kursleitenden und Teilnehmenden an dem neu entwickelten Lernprogramm „FLiGe“ die Lebenswirklichkeiten sowie insbesondere zentrale Parameter der Gesundheitskompetenz der adressierten Zielgruppen untersucht. In diesem Kontext werden ferner auch die Handhabung und Bedienung bzw. Usability des digitalen Lernprogramms evaluiert. Ergänzend dazu wird weitergehend auch eine Innovations- und Metaevaluation durchgeführt. Im Rahmen der Innovationsevaluation wird eruiert, ob bzw. inwieweit das „FLiGe-Lernprogramm“ zu einer positiven Gesamtentwicklung des Gesundheitswesens beitragen kann. Im Zentrum der Metaevaluation stehen die kritische Selbstreflexion in Bezug auf die Qualität der Evaluationsstudie, insbesondere in Bezug auf die Aspekte „Nützlichkeit“, „Durchführbarkeit“ und „Genauigkeit“, sowie die Nachhaltigkeit der Intervention.

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc., ausbildungsintegrierend am Campus Leverkusen

ProjektleiterIn: Prof. Dr. habil. Michael Tiemann, Prof. Dr. Melvin Mohokum

Kooperationspartner: Springer-Verlag, Heidelberg

Laufzeit: 01.03.2017-30.04.2021

Kontakt: Prof. Dr. habil. Michael Tiemann (michael.tiemann@srh.de), Prof. Dr. Melvin Mohokum (melvin.mohokum@srh.de)

Der Springer-Verlag bietet mit seinen Major Reference Werken (u.a. Naturwissenschaften, Medizin, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften) umfassende, interdisziplinär ausgerichtete Publikationen an. Aufgrund der voranschreitenden Akademisierung und des wachsenden Angebots an Studiengängen im Bereich Pflege -, Therapie- und Gesundheitswissenschaften wächst der Bedarf an solch relevanten Nachschlagewerken im deutschsprachigen Raum. Zudem sind viele Studiengänge interdisziplinär aufgebaut und setzen fachgebietsübergreifendes Denken und Arbeiten voraus. Im Gegensatz zu starren Buchformaten besteht ein großer Vorteil der Reference Werke in der ständigen Aktualisierbarkeit über die online LiveReference-Version. D.h. alle fertigen Kapitel werden nicht nur sofort online publiziert, sondern können auch jederzeit an neuste Erkenntnisse angepasst werden.

Tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen wie u.a. der demographische Wandel und Multimorbidität bedingen eine Neuorientierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland. In dieser modernen Gesundheitsversorgung nimmt das Thema Prävention und Gesundheitsförderung einen zentralen Stellenwert ein.

Ziel dieses Projekts ist es, ein Reference Werk zum Thema „Prävention und Gesundheitsförderung“ zu entwickeln, welches für Studierende, Wissenschaftler und Angehörige der Gesundheitsfachberufe zur Verfügung steht. Renommierte Experten und Autorenteams erstellen dazu auf Einladung verschiedenste Beiträge zu relevanten Themen mit Bezug zur Prävention und Gesundheitsförderung.

Herausgeber dieses Reference Werkes sind Prof. Dr. habil. Michael Tiemann und Prof. Dr. Melvin Mohokum.

„Epidurale Rückenmarkstimulation“ zur Therapie chronischer Schmerzen

Projektleitung: Prof. Dr. Jan Vesper (Düsseldorf), Prof. Dr. Michael Kretzschmar und weitere

Kooperationspartner: Dt. Ges. für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dt. Ges. für Angiologie, Dt. Ges. für Kardiologie, Dt. Ges. für Neurochirurgie, Dt. Ges. für Neuromodulation, Dt. Ges. für Neurologie, Dt. Ges. für Psychologische Schmerztherapie und -forschung, Dt. Schmerzgesellschaft e.V.

Kontakt: Prof. Dr. Michael Kretzschmar, michael.kretzschmar@srh.de

Finanzierung: Interne Forschungsförderung der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation (DGNM)

Hintergrund: Die 2013 erstellte S3-Leitlinie muss dem derzeitigen Stand der Wissenschaft angepasst werden. Ziel: Aktualisierung der S3-Leitlinie.

Evaluierung eines strukturierten Textverarbeitungstrainings bei Alzheimer Demenz

Studiengang: Logopädie, B. Sc., ausbildungsintergrierend, Campus Düsseldorf und Bonn

Projektleiter: Prof. Dr. Irene Ablinger-Borowski, Prof. Dr. Katharina Dressel

Kooperationspartner: Gedächtnisambulanz des Uniklinikums RWTH Aachen; Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Bonn

Kontakt: Prof. Dr. Irene Ablinger-Borowski, irene.ablinger@srh.de; Prof. Dr. Katharina Dressel, katharina.dressel@srh.de

In dem geplanten Projekt soll erstmals ein schriftsprachbasiertes Arbeiten mit an die Demenz angepassten fehlerreduzierten Lernmethoden kombiniert und systematisch evaluiert werden. Ein wesentlicher Faktor dieses Projektes liegt darin, dass Stärken und Ressourcen der Menschen mit Alzheimer Demenz frühzeitig erkannt und in der Textarbeit sinnvoll eingesetzt werden, sodass funktionale kommunikative Fähigkeiten unterstützt und möglichst lange aufrecht erhalten werden. Ein entsprechender Projektantrag wurde in die diesjährige finale Auswahlrunde der Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft aufgenommen, jedoch im letzten Auswahlschritt nicht berücksichtigt. Eine Einreichung bei der DFG ist geplant.

Eine randomisiert-kontrollierte Studie zum Einsatz von Texten in der Dyslexietherapie

Studiengang: Logopädie, B. Sc., ausbildungsintergrierend, Campus Bonn

Projektleiter: Prof. Dr. Ablinger-Borowski (SRH Hochschule für Gesundheit), Prof. Ralph Radach (Bergische Universität Wuppertal)

Laufzeit: Projektantrag bei der DFG eingereicht

Kontakt: Prof. Dr. Irene Ablinger-Borowski, irene.ablinger@srh.de

Unabhängig vom Schweregrad der Aphasie ist das Lesen normaler Texte für viele Patienten ein vitales Ziel von Therapie und Rehabilitation. Mit dem geplanten Projekt soll, ausgehend von Daten aus einer Pilotstudie, erstmalig ein hochfrequentes Textlesetraining für mittelschwere Lesestörungen entwickelt und in der Klinik eingesetzt werden. Dabei werden im Rahmen eines strukturierten, phasenweisen Vorgehens mit spezifisch gesetzten Behandlungszielen individuelle Schwierigkeiten beim Lesen und im Textverständnis diagnostiziert und systematisch bearbeitet. Um Aussagen über die Wirksamkeit des Textlesetrainings treffen zu können, soll dieses in einem blockrandomisiert kontrollierten Gruppendesign mit einer wortbasierten Lesetherapie in Hinblick auf Leistungen im Text- und Wortlesen verglichen werden. Ein wichtiges Merkmal der Therapie ist ihre hohe Intensität über einen Zeitraum von vier Wochen.

Ein besonders innovativer Aspekt des Projekts besteht in der Messung und Analyse von Blickbewegungen beim Textlesen. Auf diese Weise kann die visuelle und sprachliche Informationsverarbeitung in Echtzeit erfasst und individuelle Defizite von Patienten anhand lokaler Blickbewegungsmuster identifiziert werden. Besondere theoretische Bedeutung hat die Differenzierung von Trainings- und Transfereffekten.

Hand in Hand mit dem erwarteten hohen Nutzen für die Grundlagenforschung soll das geplante Projekt auf der Grundlage der ICF-Kriterien wesentliche Beiträge zur Weiterentwicklung der ambulanten und stationären Patientenversorgung nach evidenzbasierten Kriterien leisten.

Einstellungen von Frauen mit Adipositas und ihren Behandlern zu Krebsvorsorge und Behandlung

Studiengang: Psychische Gesundheit und Psychotherapie, M. Sc.

ProjektleiterIn: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski

Beteiligte MitarbeiterIn: Dr. Marie Bernard, Jennifer Spiegel

Kooperationspartner: Universität Leipzig, IFB Adipositas Erkrankungen, Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Universität Leipzig; Prof. Dr. Florian Lordick, Universitäres Krebszentrum (UCCL), Universitätsklinikum Leipzig

Laufzeit: 01.02.2018-30.04.2020

Kontakt: Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, claudia.luck-sikorski@srh.de, Dr. Marie Bernard, marie.bernard@srh.de

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas Erkrankungen Leipzig (IFB)

Hintergrund: Obwohl Frauen mit Adipositas mit einem höheren Krebsrisiko konfrontiert sind, zeigen Untersuchungen, dass sie seltener Gesundheits- und Vorsorgeleistungen in Anspruch nehmen. Die Ursachen für diese geringere oder verspätete Inanspruchnahme sind noch weitgehend unbekannt. Um in diesem Feld die Datengrundlage in Deutschland zu verbessern, strebte das Projekt die Erfassung (i) des Krebsvorsorgeverhaltens und (ii) der wahrgenommenen Gründe für oder gegen die Inanspruchnahme von Krebsvorsorgeleistungen bei Frauen mit Adipositas an. Zusätzlich sollte mittels (iii) quantitativer und (iv) qualitativer Methoden die Behandlerperspektive erfasst werden. Das Projekt verfolgte das Ziel erste Erkenntnisse bezüglich des Einflusses von Adipositas auf Krebsvorsorge zu generieren und mögliche Ursachen zu ermitteln. Die Analyse der Daten zeigte einen signifikanten Unterschied zwischen Frauen mit und ohne Adipositas. Frauen mit Adipositas nahmen Vorsorgeuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs (Abstrichuntersuchung: χ²(4)=15,08, p=.005) und Brustkrebsvorsorge (Abtasten der Brust: χ²(4)=14,41, p=.006) weniger oft in Anspruch als Frauen ohne Adipositas. Es ließen sich keine Unterschiede in der Inanspruchnahme der Mammographie Untersuchung (χ²(6)=4,38, p=.625) und der Darmkrebsvorsorge (χ²(6)=2,58, p=.859) feststellen. Die qualitative Analyse zeigte, dass einige Probandinnen von unangemessenen Andeutungen bezüglich der Adipositas bei gynäkologischen Untersuchungen berichteten. Die Befragten thematisierten insbesondere Scham als hindernder Faktor gynäkologische Voruntersuchungen wahrzunehmen. Auch eine unzureichende Praxisausstattung sowie fehlende Barrierefreiheit wurde von den Probandinnen als mögliche Barriere für die Inanspruchnahme gynäkologischer Vorsorgeuntersuchungen aufgeführt. Von den Probandinnen wurden folgende Wünsche geäußert um die Inanspruchnahme von gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchungen zu steigern: eine Optimierung der Praxisausstattung (z.B. des Behandlungsstuhls), postalische Einladungen zu Vorsorgeuntersuchungen aber auch eine angemessene Aufklärung und Kommunikation hinsichtlich Adipositas und gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Studiengang: Physiotherapie, B. Sc., ausbildungsintegrierend

Projektleiter:in: Prof. Dr. Melvin Mohokum

Laufzeit: bis 31.12.2017

Kontakt: Prof. Dr. Melvin Mohokum, melvin.mohokum@srh.de

Die Rastersteorgraphie ist eine optische Messmethode, die strahlen- und berührungsfrei die Rückenoberfläche vermisst und daher auch von Physiotherapeuten als Untersuchungs- und Evaluationsverfahren eingesetzt werden kann. Als Resultat einer Einzelmessung erhält man ein rekonstruiertes Modell der Wirbelsäule, welches Formveränderungen dreidimensional darzustellen vermag, z.B. Skoliosen. Ziel ist es, die Methode der Rasterstereographie in mehreren Teilprojekten zu untersuchen.

Bisherige Publikationen aus den Teilprojekten:

Krautwurst, B.K., Paletta J.R., Mendoza, S., Skwara, A. & Mohokum, M. (2018) Rasterstereographic Analysis of Lateral Shift in Patients with Lumbar Disc Herniation: A Case Control Study. Advances in Orthopedics, Volume 2018, Article ID 6567139

Mohokum, M., Schuelein, S. & Skwara, A. (2015) Validity of rasterstereography – a systematic review. Orthopedic Reviews, 7 (3):5899

Mohokum, M., Mendoza, S., Wolf, U., Sitter, H., Paletta, J.R., Skwara, A. (2010) Reproducibility of rasterstereography for kyphotic and lordotic angles, trunk length, and trunk inclination: a reliability study. Spine (Phila Pa 1976). 2010 Jun 15;35(14):1353-8.